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Presse
06.04.2011, 08:58 Uhr | HAZ Seite 13 Ressort: HANN / Andreas Schinkel Übersicht | Drucken
Gerüst an VHS kommt Stadt teuer zu stehen
Mietkosten von bisher 90 000 Euro / FDP will Abriss


Das Haus der Volkshochschule (VHS) am Theodor-Lessing-Platz gleich gegenüber dem Rathaus ist kein schöner Anblick. Seit vier Jahren verstellt ein Gerüst den Blick auf die Fassade, da Teile der Außenwände abzubröckeln drohen.


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Die VHS gegenüber dem Rathaus ist seit vier Jahren eingerüstet.
 „Ein Schandfleck mitten in einer der schönsten Lagen Hannovers“, urteilt FDP-Baupolitiker Wilfried Engelke. Überdies kostet der „Schandfleck“ viel Geld. 10 000 Euro im Jahr muss die Stadt für die Anmietung des Baugerüsts zahlen, wie Stadtsprecher Dennis Dix sagt. Nach Informationen dieser Zeitung waren die jährlichen Kosten bis vor Kurzem sogar mehr als doppelt so hoch, sodass die Stadt in vier Jahren insgesamt rund 90 000 Euro für ein Gerüst bezahlt hat, auf dem nicht gearbeitet wird. Noch mindestens drei weitere Jahre muss die Stadt für die Miete aufkommen, bis die VHS in die ehemalige Schule am Hohen Ufer umzieht. Dann klettert die Summe auf insgesamt 120 000 Euro – falls sich der Umzug der VHS nicht verzögert. „An diesem Beispiel zeigen sich die Defizite der Stadtverwaltung im Umgang mit ihren Immobilien“, sagt CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann. Für einen solchen Betrag hätte die Stadt die losen Fassadenplatten, deretwegen das Gerüst aufgestellt wurde, wieder befestigen können. Das Problem ist nun, dass das Gerüst nach vier Jahren selbst marode ist. Einem Schreiben der Stadt an die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses, das dieser Zeitung vorliegt, ist zu entnehmen, dass viele der eingebauten Holzbohlen so stark verwittert sind, dass sie noch vor Abbau des Gerüsts ausgetauscht werden müssten. Auch geht man davon aus, dass Schraubenverbindungen verwittert oder angerostet sind. Deshalb mache es auch keinen Sinn, dass Gerüst zu kaufen, um sich der Mietkosten zu entledigen. Die Instandhaltung der Bohlen und Gestänge sowie der Abbau des gesamten Gerüsts seien mit der Miete abgedeckt, heißt es in dem Schreiben. Dennoch werden in der Ratspolitik Stimmen laut, die auf eine Verschönerung des „Schandflecks“ dringen und einen Abriss des Gerüsts fordern. „Wenn die Stadt das Grundstück vermarkten will, muss sie es attraktiver machen und das Gerüst entfernen“, sagt FDP-Baupolitiker Engelke. Sein Kollege von der CDU, Dieter Küßner, schlägt vor, die Außenflächen des Gerüsts als Reklameflächen zu nutzen. „Man könnte daran Werbung für die Messe, das Schützenfest oder das Maschseefest aufhängen“, sagt er. Beide Politiker sind sich einig, dass die Stadt das Gebäude möglichst rasch vermarkten sollte. Dem Vernehmen nach ist ein Kaufpreis von sechs Millionen Euro im Gespräch. Interessenten, so sagt die Stadt, gebe es bereits.

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