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Presse
21.10.2008, 09:10 Uhr | HAZ/ Felix Harbart Übersicht | Drucken
Ölpreistief – auch Ruf nach Gaspreis-Senkung

Das neue Jahrestief beim Ölpreis lässt in Hannover die Forderung nach einer raschen Senkung des Gaspreises laut werden. Rainer Beckmann (CDU), Vorsitzender des Eigentümervereins Haus & Grund, fordert die Stadtwerke dazu auf, schnell zu handeln.


Die Gaskunden sollten sofort von der Preisentwicklung profitieren, meinte Beckmann. Stadtwerke-Aufsichtsrat und CDU-Ratsherr Dieter Küßner plädiert dafür, sich die Preisentwicklung beim Rohöl bis Ende November anzusehen. Sollten die Preise bis dahin im Keller bleiben, will auch er den Gaspreis sinken sehen, und zwar möglicherweise um bis zu 30 Prozent. Auch die Ratsherren Manfred Müller (SPD) und Wilfried Engelke (FDP) fordern die Weitergabe der Einsparungen an den Kunden – allerdings erst im Frühjahr.

Der Gaspreis ist traditionell an den Ölpreis gekoppelt, gewöhnlich passen die Energieversorger ihre Tarife mit einer Verzögerung von einem halben Jahr an. Stadtwerke-Aufsichtsratschef Walter Meinhold (SPD) beteuert, man würde sich freuen, die Preise senken zu können – das aber gehe erst zum Stichtag 1. April. So lange könne aufgrund bestehender Verträge mit den Lieferanten nicht an der Preisschraube gedreht werden. Voraussetzung sei, dass der Ölpreis „dauerhaft“ unter 90 Euro verbleibe.

Donnerstag sank der Ölpreis an der Wall Street in New York auf einen Tiefststand von 72 Dollar pro Barrel, noch im Juli hatte er mit 147 Dollar ein Allzeithoch erreicht. In der Folge hatten die Stadtwerke damals die Anhebung des Gaspreises zum 1. Oktober um 22,1 Prozent beschlossen. Für eine vierköpfige Familie bedeutet das Mehrkosten von 25 Euro im Monat. Thorsten Storck vom unabhängigen Verbraucherportal Verivox rechnet damit, dass die Importpreise für Gas durch den Preisverfall beim Öl bis zum Frühjahr um mindestens 20 Prozent fallen werden. In dieser Größenordnung, sagen Energieexperten, müssten auch die Preisnachlässe für Gaskunden ausfallen. Auf den Benzinpreis hat sich die Lage auf den Weltmärkten längst ausgewirkt. Am Donnerstag bezahlten Autofahrer in Hannover rund 1,30 Euro für einen Liter Normalbenzin.

Gegen Nachlässe beim Gas hätte auch Stadtkämmerer Marc Hansmann (SPD) nichts. „Sonst machen wir uns ja unglaubwürdig“, sagt er. Sowohl Hansmann als auch die Ratsherren Müller und Engelke sehen die Stadtwerke jedoch an den Stichtag 1. April gebunden. Vielleicht, sagt Engelke, könne man die Preissenkung um einen Monat vorziehen.

Beckmann und Küßner ist das zu wenig. Der Verweis auf bestehende Verträge sei „Unsinn“ und eine „Ausrede“, sagen sie unisono. „Niemand zwingt die Stadtwerke, die Preise bis zum April stabil zu halten“, sagt Beckmann. Ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitern Bonuszahlungen von 5000 Euro im Schnitt zahlen könne, werde auch in der Lage sein, den Kunden an Preissenkungen teilhaben zu lassen, meint Beckmann.

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